Johann August Apel

Johann August Apel wurde geboren am 17. September 1771 in Leipzig. Sein Vater, Gutsbesitzer zu Ermlitz, war zu dieser Zeit Bürgermeister von Leipzig. Zwischen 1789 und 1793 studierte er Jura in Leipzig und Wittenberg und schloss sein Studium mit der Promotion im Jahre 1795 ab. In Leipzig etablierte er sich dort als Rechtsanwalt. 1801 wurde der bereits erfolgreiche Jurist und Dramenautor in den Rat der Stadt gewählt. Sein besonderes Augenmerk galt der Theorie der poetischen Formen, der Rhythmik und der Metrik, denen er zahlreiche Aufsätze widmete; auch die Musik fand bei ihm großen Zuspruch.
Mit klassizistisch gehaltenen Tragödien wie »Polyidos«, »Die Aitolier« und Kallirhoe« (alle diese Werke sind verschollen), begann er sein literarisches Werk. Den bekannten Literaten und Förderer Friedrich Baron de la Motte Fouqué lernte er auf Schloss Scharfenberg kennen, das seinem Freunde Baron von Miltitz gehörte, ebenso den Schriftsteller Friedrich Laun.
Im Jahre 1802 erbte er das Gut Ermlitz bei Schkeuditz nach dem Tode seines Vaters; damit war er als ein wohlhabender Bohémien zu betrachten. Er verstarb in Leipzig im Alter von 45 Jahren am 9. August 1816.

Sein Ko-Autor bei dem damals allseits beliebten »Gespenster Buch« Friedrich Laun {alias Friedrich August Schulze (1770-1849), Beamter in Dresden} schrieb in seinen Memoiren:
»Der Abend im Schloßgarten zu Ermlitz brachte besondre Schauer mit. Zufolge alter Sagen waren in vorigen Zeiten, wo das Hochgericht nicht weit davon gelegen gewesen, dort manche Unheimlichkeiten
zur Zeit der Dämmerung und später vorgekommen. Apel selbst hatte in seiner trefflichen Novelle Die Bilder der Ahnen bereits etwas davon ungemein glücklich zu benutzen gewußt. Es konnte kaum fehlen, daß die Rede darauf gebracht wurde. Von da geriet man auf den Gespensterglauben überhaupt. Bestimmter noch als in der gedankenreichen Nachrede zum ersten Teile des Gespensterbuches erklärte sich Apel gegen das absolute Leugnen von Gesichten und Klängen aus der sogenannten Geisterwelt.
Einige Anekdoten von Erscheinungen und Winken aus derselben machte auf den zum größten Teile aus Frauen bestehenden Kreis einen solchen Eindruck, daß beim Wiederaufsuchen der Zimmer Alles dicht sich aneinander drängte und schwerlich irgend etwas in der Welt eine der Damen hätte bewegen können, in den dahin führenden, dunklen Gang sich voraus zu wagen. Und später, als wir, Apel und ich, die Treppe hinauf nach unsern im obern Stocke befindlichen Schlafgemächern gingen, meinten wir
selbst, erhitzt von den mancherlei besprochenen Phantasiebildern, beim Durchgang durch einen mit, zum Teil ziemlich abenteuerlichen, alten Porträts behangenen Saal, ein Leben in einigen dieser Bilder zu erblicken.«
{Friedrich Laun: Memoiren, Bunzlau 1837, Bd. II, S. 18f.}

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