Ausschnitt aus
»Eine Geschichte vom Galgenmännlein«

Friedrich Heinrich Karl Baron de la Motte Fouqué

Mit vollem Namen hieß er Friedrich Heinrich Karl Baron de la Motte Fouqué, Baron de Thonnayboutonne, Baron de Saint Surin, Seigneur de la Grève und stammte aus einem uralten hugenottischen Adelsgeschlecht.
De la Motte Fouqué war zu Lebzeiten ein gefeierter Autor, der wie Sir Walter Scott die Geschichten des Mittelalters mit den Sagen um Feen, Nymphen, Gespenster und Helden zum literarischen Grundstock erhob. Die Reckensagen des Nordens und die französischen Rittergeschichten bildet Fouqués Phantasie um zu einer wunderlichen phantastischen Welt. Diese Motive kamen in der Zeit der Romantik sehr gut an. Die »Geschichte vom Galgenmännlein« begründete neben der »Undine« seinen literarischen Erfolg. Sie wurde erstmals veröffentlicht in den Berliner Abendblättern, die Heinrich von Kleist herausgab.

Weiterführende Literatur:
Arno Schmidt: »Fouqué und einige seiner Zeitgenossen« (Bläschke 1958; 2. verbesserte und beträchtlich vermehrte Aufgabe 1960) und in der Bargfelder Ausgabe als III/1 (1993)

2. Februar 1777 Geburt auf der Dominsel in Brandenburg. Sein Taufpate ist Friedrich II. von Preußen.
1779 bis 1787 Seine Kindheit verlebt er auf dem elterlichen Gut in Sacrow bei Potsdam.
1782 Der erste Hauslehrer ist Wilhelm Heinrich Albrecht Fricke.
1783 bis 1789 Unterricht beim Hauslehrer Ditherich Arnold Friedrich Sachse
1787 Umzug nach Potsdam.
1788 Verlagerung des Wohnsitzes nach Gut Lentzke bei Fehrbellin
28. November 1788 Tod der Mutter, Marie Luise, geb. von Schlegell.
1789 August Wilhelm Hülsen wird Hauslehrer; bis zu dessen Tod im Jahre 1810 bleibt die Freundschaft erhalten.
1794 Fouqué tritt als Kornett in das Kürassierregiment Herzog von Weimar der preußischen Armee ein. Er nimmt in der sog. Weserarmee teil am Ersten Koalitionskrieg gegen Frankreich.
Mai 1795 Fouqué trifft auf einer Gartengesellschaft Elisabeth von Breitenbauch und verliebt sich in die 15-jährige. Sie wird das Urbild der Undine und vieler anderer Frauengestalten im Werk Fouqués.
25. Januar 1798 Tod des Vaters Heinrich August Karl.
20. September 1798 Heirat mit Marianne von Schubaert (Bayreuth 28.3.1783 - Kosten 1862), Tochter seines Regimentskommandeurs in Bückeburg. Die junge Familie kehrt 1799 zurück nach Lentzke.
1802 Besuch in Weimar; er trifft zusammen mit Goethe, Schiller und Herder, in Berlin mit August Wilhelm Schlegel.
Er lässt sich von seiner Frau Marianne scheiden.
8. November 1802 Abschied von der Armee.
Dezember 1802 Übersiedlung auf Gut Nennhausen bei Rathenow, das der Familie von Briest gehört. Daneben hat er noch eine Wohnung in Berlin.
9. Januar 1803 Heirat mit Caroline Philippine von Rochow, geb. von Briest (Berlin 7.10.1774 - Nennhausen 21.7.1831) in Nennhausen
1803 In Dresden hat Fouqué Begegnungen mit Heinrich von Kleist, Ludwig Tieck und Philipp Otto Runge; im Laufe der Reise trifft er in Lauchstädt Schiller.
Als erste Publikation erscheinen: »Der gehörnte Siegfried in der Schmiede« und zwei dialogische Gedichte in Friedrich Schlegels Zeitschrift »Europa«.
13. September 1803 Geburt der Tochter Marie Luise Caroline (Nennhausen 13.9.1803 - Jahnsfelde 18.2.1864). August Wilhelm Schlegel ist Taufpate.
Ab 1804 Das Leben in Nennhausen entwickelt sich zum literarischen Zentrum. Es entsteht ein Kreis mit Achim von Arnim, Clemens von Brentano, August Bernhardi, Adelbert von Chamisso, Joseph von Eichendorff, Johann Gottlieb Fichte, Heinrich von Kleist, Otto Heinrich von Loeben, Adam Müller, Wilhelm Neumann, Wilhelm von Schütz, Karl Varnhagen von Ense, Julius Eduard Hitzig u.a.
Unter dem Pseudonym ,Pellegrin’ veröffentlicht er bis 1808
1805    »Romanzen vom Thal Ronceval«
1806    den Roman »Historie vom edlen Ritter Galmy und einer schönen Herzogin von Bretagne«
1808    den Roman »Alwin«
   das Heldenspiel »Sigurd, der Schlangentöter«
parodistischer Roman »Die Versuche und Hindernisse Karls« mit den Co-Autoren Bernhardi, Chamisso, Neumann und Varnhagen
1809 Übersetzung von Cervantes Trauerspiel »Numancia«
1810 »Der Held des Nordens«
1811 In diese Zeit fällt für ein Jahr die Mitarbeit an den »Berliner Abendblättern« Heinrich von Kleists.
1811 - 1814 Herausgeber der Zeitschrift »Die Jahreszeiten«
Juni 1811 Im ersten Heft erscheint »Undine«
1813 Herausgeber der Publikation »Die Musen. Eine norddeutsche Zeitschrift« zusammen mit Wilhelm Neumann
Ritterroman »Der Zauberring« (Nürnberg 1813; neue Ausg., Braunschweig 1865).
Mit einer Eskadron freiwilliger havelländischer Jäger, die dem 6. Brandenburgischen Kürassierregiment angegliedert wird, zieht Fouqué als Leutnant in den Krieg.
1814 Eine schwere Erkrankung zwingt Fouqué zum Abschied von der Armee. Er wird als Major entlassen.
1814 epische Gedichte: »Corona« (Stuttgart 1814), »Karls des Großen Geburt und Jugendjahre« (Nürnberg 1814)
1815 Fouqué gibt Adelbert von Chamissos »Peter Schlemihls wundersame Geschichte« heraus.
»Die Fahrten Thiodulfs, des Isländers« (Hamburg 1815, 2. Aufl. 1848)
3. August 1816 Uraufführung der Oper Undine (Libretto von Fouqué, Musik von E.T.A. Hoffmann, Dekorationen von Schinkel, Kostüme von Brühl) im Berliner Schauspielhaus am Gendarmenmarkt.
1816 »Die Kleinen Romane« (Berlin 1814-19, 6 Bde.),
»Sängerliebe« (Stuttgart 1816)
Bis 1816 bleibt er Herausgeber des »Frauentaschenbuchs« mit seiner Frau Caroline und Ludwig Uhland, Friedrich Kind und Franz Horn.
1816 bis 1821 Herausgeber der Vierteljahresschrift »Für müßige Stunden«
1817 »Die wunderbaren Begebenheiten des Grafen Alethes von Lindenstein« (Leipzig 1817)
Schauspiele (»Alf und Yngwi«, »Die Irmensäule«, »Runenschrift«),
ritterliche Tragödien (»Die Pilgerfahrt«, »Der Jarl der Orkneyinseln«),
1818 In diesem Jahre trifft den Künstler ein Schlaganfall, der ihn schwer beeinträchtigt.
1821 »Bertrand du Guesclin« (Leipzig 1821)
1823 »Ritter Elidouc, altbretagnische Sage« (Leipzig 1823)
1826 »Die Saga von Gunlaugar, genannt Drachenzunge, und Rafn dem Skalden. Eine Islandskunde des 9. Jahrhunderts« (Wien 1826)
1829 - 1830 Herausgeber der Wochenschrift »Berlinische Blätter für deutsche Frauen«.
1831 »Jakob Böhme, ein biographischer Denkstein« (Greiz 1831)
21. Juli 1831 Seine Caroline de la Motte Fouqué stirbt in Nennhausen.
25. April 1833 Heirat mit Albertine Maria Tode (Barth 6.3.1806 - Hannover 28.2.1876) in Berlin
Umsiedlung nach Halle, wo er Privatvorlesungen über Literatur und Zeitgeschichte abhält
22. Oktober 1834 Geburt einer Tochter in Halle, die noch am gleichen Tage verstirbt
»Die Weltreiche zu Anfang der Jahre 1835-40, Dichtungen« (Halle 1835 - 40, 6 Hefte)
29. Oktober 1839 Der Sohn Karl Friedrich Wilhelm (Halle 29.10.1839 - Charlottenburg 14./15. Oktober 1874, kgl. preußischer Hauptmann und Kompanie-Chef im Infaterie-Regiment 8) geboren.
1840 »Preußische Trauersprüche und Huldigungsgrüße für das Jahr 1840« (Halle 1840)
Übersiedlung nach Berlin. Erhalt einer Leibrente durch Erlass König Friedrich Wilhelms IV. von Preußen
1840-1842 In Gemeinschaft mit Ludwig von Alvensleben besorgt er die Herausgabe der »Zeitung für den deutschen Adel«
1842 »Der Pappenheimer Kürassier; Szenen aus der Zeit des Dreißigjährigen Kriegs« (Nordhausen 1842; 2. Aufl., Bautzen 1853)
23. Januar 1843 Tod des Künstlers am 23. Januar 1843 in Berlin. Sein Grab befindet sich auf dem Garnisonfriedhof in Berlin-Mitte, Kleine Rosenthaler Straße, Ecke Linienstraße.
29. Januar 1843 Nach seinem Tode wird ein weiterer Sohn, Friedrich Wilhelm Waldemar (Berlin 29.01.1843 - Hannover 22.12.1921, kgl. preußischer General-Major a.D.) geboren.
Seine Lebensgeschichte (Halle 1840) hat er ebenso wie die Sammlung seiner Ausgewählten Werke (1841, 12 Bde.) noch selbst veröffentlicht.
1844 Nach seinem Tod erscheinen der Roman »Abfall und Buße oder die Seelenspiegel« (1844)
1846 »Geistliche Gedichte« (1846, 2. Aufl. 1858 )
1862 Christliche Gedichte« (1862)