Das Bremer Rathaus
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Phantasien im Bremer Rathauskeller


Jewel-Box mit 2 CD und 28seitigem Beiheft
zum Preis von € 16,00 - Nicht mehr lieferbar.

CD 1 1 Der Schalttag 7:38
2 Zehn Uhr im Ratskeller 5:44
3 Die Halle der zwölf Apostel 9:18
4 Die Geister des Weins 5:21
5 Mitternacht: Allein im Keller 8:42
6 Das fünfte Säkulum 7:51
7 Die Tischgesellschaft 8:51
8 Die Jungfer Rose 5:28
9 Der Gott des Weins 8:06 67:27
CD 2 1 Am fremden Tisch 7:52
2 Die Geschichte der Frau Rose 6:24
3 Bremer Sitte 8:34
4 Der Pakt mit dem Teufel 11:20
5 Der Roland von Bremen 7:23
6 Die Pfalz zu Ingelheim 4:28
7 Das Lob des Rheingaus 6:47
8 Ein klein wenig Krieg 5:54
9 Heissa, tanzen 5:53
10 Der tiefe Fall 5:00
11 Das Ende der Nacht 2:22 72:07
2:14:34

Die »Phantasien im Bremer Ratskeller« schrieb Hauff unmittelbar im Anschluß an einen Besuch Bremens, wo er vom 26. August bis 6. September 1826 bei ehemaligen Kommilitonen aus seiner Tübinger Studentenzeit zu Gast gewesen war. Nach Bremen war er im Verlaufe einer Bildungsreise gekommen, die ihn zunächst nach Paris, danach durch Nord- und Mitteldeutschland (Hamburg, Berlin, Dresden, Leipzig) geführt hatte.
In den »Phantasien« spiegeln sich persönliche Erlebnisse Hauffs in der Hansestadt: seine Einladung zu einem Umtrunk im alten Ratskeller durch den Bürgermeister und einige Ratsmitglieder, seine heftige, unerwiderte Liebe zu Josephe Stolberg aus Weimar, die in Bremen bei Verwandten zu Besuch war, Gespräche und gesellige Zusammenkünfte mit dem Studienfreund Hermann Castendyk und dem Senator Franz Friedrich Droste und anderes mehr.
Mit der Niederschrift der »Phantasien« begann Hauff in Hamburg; vollendet wurden sie noch im September 1826 in Berlin.
In einem Brief an seinen Vater, den Bremer Bürgermeister Johann Smidt, berichtete der als Student in Berlin weilende Hermann Smidt am 1. Oktober 1826: »Die Zeit, die ihm [Hauff] in Hamburg und in Berlin bis jetzt übriggeblieben war, hatte er zur Anfertigung einer artigen Erzählung, die er mir vorlas, benutzt. Diese spielt nämlich in unserem Weinkeller, worin er selbst aus Kummer über seine unglückliche Liebe eine schaurige Nacht zubringt und dort mit den Geistern des alten Weines verkehrt.«
Der Erstdruck der »Phantasien im Bremer Ratskeller« erfolgte in der von Pr. Förster und W. Häring (Willibald Alexis) herausgegebenen Zeitschrift „Berliner Konversationsblatt für Poesie, Literatur und Kritik" vom 7. bis 25. Mai 1827 (Nr. 90-103).
Eine von Hauff erweiterte und überarbeitete Buchfassung erschien im Herbst 1827 unter dem Titel »Phantasien im Bremer Ratskeller; ein Herbstgeschenk für Freunde des Weines von Wilhelm Hauff« im Verlag der Gebrüder Franckh in Stuttgart.

Die im Jahre 1826 verfasste »Geistergeschichte« des großen schwäbischen Erzählers Wilhelm Hauff fußt insofern auf einer wahren Begebenheit, als er in diesem Jahr in Bremen war, um Kommilitonen zu besuchen und dabei von einigen Senatsmitgliedern und dem Bürgermeister Johann Smidt, dessen Sohn mit Hauff in Tübingen studiert hatte und mit ihm zur vom Staat bedrängten Burschenschaft gehörte, aufs herzlichste bewillkommnet und geachtet zu werden. Durch diese Verbindung erhielt er Zutritt zu allen Bereichen des wohl damals größten Weinlagers in Europa und einer respektablen Stätte für den Weinausschank.
Hauff erwähnt in seinem früheren Roman »Mitteilungen aus den Memoiren des Satan« den Kapellmeister Kreisler, eine Schöpfung und zugleich Synonym für E.T.A. Hoffmann, der als »Gespenster-Hoffmann« in der Leserwelt Furore machte; folglich kannte er dessen Schriften.
Er zeigt in dieser Geschichte eigene Wege auf, mit Wahn und Wirklichkeit umzugehen: lebendig lässt er die Geister des Weines, personifiziert als Apostel, die sonst als Fässer im Apostelkeller stehen, sowie Weingott Bacchus und Jungfer Rose, ja sogar den steinernen Roland im Ratskeller umgehen und ihren Spuk treiben; beim Abschied aus Bremen bringt er den steinernen Roland dazu, ihm durch Kopfnicken Lebewohl zu sagen.
Was hätte der Kammergerichtsrat Hoffmann zum graduierten Doktor der Philosophie Hauff gesagt: »Toller Spuk! Narrenpossen! ... Rappelt es Ihnen im Kopfe? Was um des Himmels willen schwatzen Sie für tolles Zeug! ...« (Der Goldene Topf - Neunte Vigilie: Die Punschgesellschaft, Konrektor Paulmann zum Studenten Anselmus)
Es ist ein rechter Hörspaß mit viel Dramatik: ein »Herbstgeschenk für Freunde des Weines«, »Den 12 Aposteln im Ratskeller zu Bremen in dankbarer Erinnerung gewidmet«.