»Der Weihnachtsabend« aus E. T. A. Hoffmann: »Nussknacker und Mausekönig«, gelesen von Albert Gehlen

Vignetten zu den einzelnen Märchen: gezeichnet von E. T. A. Hoffmann für das Buch: »Kinder-Maehrchen«, erschienen zu Berlin im Jahre 1816 in der Realschulbuchhandlung (Reimer)


Ungekürzte Lesung nach dem Originaltext

Jewel-Box mit 2 CD und 24seitigem Beiheft
zum Preis von € 12,00

Compact-Disk 1
Carl Wilhelm Salice Contessa
1 - 11 Das Gastmahl 63:04
Friedrich Baron de la Motte Fouqué
12 - 20 Die kleinen Leute 53:36
Compact-Disk 2
E. T. A. Hoffmann
Nussknacker und Mausekönig
1 - 9    Der Weihnachtsabend und sein Fortgang 67:47
10 - 15    Das Märchen von der harten Nuss 44:28
16 - 24    Der Sieg und die Reise ins Puppenreich 68:55
Gesamtlaufzeit: 4 Stunden 57 Minuten

 

Zuerst erschien die Sammlung unter dem Titel: »Kinder-Mährchen. Von E. W. Contessa, Friedrich Bn de la Motte Fouque und E. T. A. Hoffmann. - Mit drei illumin. und drei schwarzen Vignetten. - Berlin 1816 - In der Realschulbuchhandlung«


                                                   Eine der zeitgenössische Rezensionen

                              Jenaische Allgemeine Literaturzeitung. Nr. 65. April 1817. S. 46-48.

   Die wahre Mährchenwelt scheint jetzt erst der lieben Jugend in allen beliebigen Erscheinungen aufgehen zu wollen! Ein Werkchen voll Wunder und Zauber drängt das andere, wer vermag die Menge zu überblicken! In alten glänzt und glimmert es, und die Pädagogen werden uneins werden, was sie noch alle kaufen und schenken sollen, den Haus- und Kinder-Freund oder ein Haus- und Kinder-Mährchen, oder lieber gar keins von allen. - Wir loben das poetische Mährchen mehr, als eine Geschichte vom unartigen Ferdinand und dem naseweisen Jettchen, wie es deren so manche giebt, die bey ihrer Flachheit auch nur für ein bestimmtes Alter sich eignen, jenes hinge-gen für das jugendliche Gemüth überhaupt ange-messener und erfreu-licher erscheint und bleibt. Die kindliche Phantasie hat hier unstreitig mehr Denkraum, und senkt sich so gern selig träumend in die golde-nen Auen dieses Wunderreiches.
   Ob sich vorliegende erste Sammlung dreyer bekannter Schriftsteller, von deren jeder ein Mährchen gedichtet, dazu eignen möchte, der Jugend eine genuß-reiche Gabe zu werden, - muß man bezweifeln, wenigstens von der größeren Hälfte derselben. Vieles Lob jedoch gebührt dem Gastmahl von Contessa, als gut gelungener, ansprechender Erzählung; dagegen weichen aber die anderen in Erfindung und Ausführung von aller und jeder Mährchen-Dichtung so auffallend ab, daß man die eine, worin sich der Vf. abermals zu seinem Lieblingsthema neigt, und seine kleinen Leute wacker das Roßreiten, Tourniren u. s.w. betreiben läßt, so wie die andere, den Nußknacker und Mausekönig, kaum für eine solche anerkennen kann; letztere ist voll-ends widerlich und verdorben durch die hier unpäßlich eingestreuten Spaße, ganz in der Art und Weise, wie der Vf. der Teufels-Elixiere zu lieben pflegt, der dießmal nicht bedacht zu haben scheint, für wen er eigentlich geschrieben, und ob seine Dichtung für die Fassungskraft junger Kinder sich eigne oder nicht. Auch hängt die ganze Geschichte voll fremder häßlicher Wort-Brocken, wie: Chasseur, Tirailleur, en quarré, Pantalou, Confitüren u. a., oder es kommen matte Be-nennungen, z. B.: das Rosinenthor, genannt die Studentenfutterpforte u. dgl. vor, weßhalb man herzlich froh wird, wenn endlich die geplagte Heldin Marie, nachdem sie sich mühsam durch den Haufen schwar-zer Mäuse und Soldaten-Volk durchgequält, in die Arme des Bräutigams sinkt, der sie folgendergestalt begrüßt: "Oh vortreffliche Demoiselle, beglücken Sie mich mit Ihrer werthen Hand, theilen Sie mit mir Reich und Krone, und herrschen Sie mit mir auf (dem) Marzipanschloß, denn dort bin ich jetzt König !'' - Welch ein ganz ande-rer Sinn und Geist lebt in dem contessaschen Gastmahl! Das Ganze ist klar. Die Ereignisse, die den Kindern auf ihren Wanderungen im Walde begegnen, so wie die gespenstischen Erscheinungen beym Heimgange sind wirklich mährchenhaft gehalten und nicht widernatürlich.