Weihnachtslied

Gedichte und Geschichten von Theodor Storm, Christoph von Schmid, Heinrich Seidel und E.T.A. Hoffmann

Jewel-Box mit einer CD und 16seitigem Beiheft
zum Preis von € 9,25

Titelbild:
Fra Filippo Lippi
(um 1405 - 1489,
Schüler des Sandro Botticelli):
Die Anbetung des Kindes und der Heilige Bernhard;
Öl auf Holz, 127 x 116 cm;
Berlin, Gemäldegalerie

1 Theodor Storm: Weihnachtslied 0:39
Christoph von Schmid: Das Weihnachtslied
2   Im dunklen Forst 6:11
3   Im Paradies 9:47
Heinrich Seidel: Das Weihnachtsland
4   Werner und Anna 8:43
5   Der kleine Vogel 6:51
6   Das Weihnachtsland 7:41
7   Das Weihnachtslager 5:55
8   Die Bergwerke 3:45
9   Schluß 6:29
10 Theodor Storm: Weihnachtsabend 2:11
 Ernst Theodor Amadeus Hoffmann:
11 Der Weihnachtsabend bei Peregrinus Tyß 13:22
12 Theodor Storm: Knecht Ruprecht 3:10 74:27

Das Gedicht »Knecht Ruprecht« ist das wohl am häufigsten rezitierte Gedicht in deutschen Landen, ohne dass der Dichter bekannt ist. Es ist sozusagen als Volksweise adaptiert, oder besser adoptiert worden. es erschien wie die anderen hier zitierten Gedichte in seinem Ersten Gedichtband im Jahre 1852. Der Lebenslauf Storms kann besucht werden über den Link von der Hörbuch-Seite.


Christoph von Schmid (geboren am 15. August 1768 in Dinkelsbühl in der Klostergasse 19; verstorben am 3. September 1854 in Augsburg) war katholischer Priester und Augsburger Domherr. Er gilt als der erfolgreichste Jugendbuchautor seiner Zeit; bekannt wurde er zu seiner Zeit auch als Pädagoge und Seelsorger. Zu den auch heute noch bekannten Werken gehört - neben anderen Kirchenliedern - das in aller Welt bekannte Weihnachtslied »Ihr Kinderlein kommet«. Grundlegend für sein Werk wurde seine Naturverbundenheit und seine tiefe Religiosität, deren Wurzeln bereits in seinem Elternhaus liegen.
Der gebürtige Christoph Schmid entstammte einer Beamtenfamilie, die in den Diensten des Deutschordens stand. In Dinkelsbühl besuchte er die Volksschule, genoss dabei Privatunterricht im Kloster, absolvierte zwei Jahre die katholische Lateinschule und wechselte dann in die Sexta des Gymnasiums Dillingen. Nach der Reifeprüfung entwickelte er als Hauslehrer einer begüterten Familie sein pädagogisches und erzählerisches Talent. Er entschied sich die geistliche Laufbahn und immatrikulierte sich an der bischöflichen Universität in Dillingen. Hier übte vor allem Professor Johann Michael Sailer einen bedeutenden Einfluss auf ihn aus. Es entwickelte sich zwischen beiden eine langjährige Freundschaft.
1791 empfing Christoph Schmid die Priesterweihe und begann seine kirchliche Tätigkeit als Pfarrvikar in Nassenbeuren, wo er wohl das Gedicht »Ihr Kinderlein kommet« niederschrieb. 1792 folgte er einem Ruf als Kaplan in Seeg. 1796 trat er 28jährig in Thannhausen die Stelle als Benefiziat und Schuldirektor an. 1816 wurde er Pfarrer in Oberstadion bei Ulm, wo er bis 1827 wirkte. In diesem Jahr wurde er Domkapitular in Augsburg und Verwalter des Schulwesens.
Der bayerische König Ludwig I. erhob ihn 1837 in den Adelsstand.
Im Alter empfing Christoph von Schmid zahlreiche Ehrungen, sein 80. Geburtstag war ein öffentlicher Feiertag in Augsburg; im selben Jahr verlieh ihm die Universität Prag die Würde eines Doktors der Theologie. Am 3. September 1854 fiel Christoph von Schmid der in Augsburg wütenden Cholera zum Opfer.
Obwohl Christoph von Schmid von seiner pastoralen Arbeit sehr beansprucht war, entstand im pädgogischen Umgang mit den ihm anvertrauten Jugendlichen eine Fülle von Literatur. Seine bekanntesten Kinder- und Jugendschriften sind:   
Biblische Geschichte für Kinder, Das Gottbüchlein, Die Ostereyer, Genovefa, Rosa von Tannenburg, Heinrich von Eichenfels und Der Weihnachtsabend. Sowohl seine Heimatstadt Dinkelsbühl als auch Thannhausen würdigen den Seelsorger und Jugendschriftsteller mit einem Denkmal.
Der hier als »Weihnachtslied« dieses Autors eingegliederte Text entspricht dem Ersten Kapitel: »Das Weihanchtslied« des obenstehenden Werkes »Der Weihnachtsabend« dar.


Heinrich Friedrich Wilhelm Karl Philipp Georg Eduard Seidel (geboren am 25. Juni 1842 in Perlin, Mecklenburg-Schwerin; verstorben 7. November 1906 in Berlin) war ein deutscher Ingenieur und Schriftsteller. Er war der älteste Sohn des Dorfpastors Heinrich Alexander Seidel. 1859 verließ er zwar ohne Abitur, aber dafür mit dem damals eher ungewöhnlichen Wunsch, Techniker zu werden, das Schweriner Gymnasium Fridericianum. Danach studierte der junge Mann zunächst zwei Jahre lang an der Polytechnischen Schule in Hannover, wo er sich bei der mecklenburgischen Landsmannschaft »Obotritia« das Leben wohl sein ließ. Da Seidels Vater, inzwischen Schweriner Schlefkirchenpastor und
Divisionsprediger, sehr früh starb, mußte der Polytechniker vorzeitig in die Heimat zurückkehren und sich in zwei Güstrower Maschinenfabriken noch einmal von unten emporarbeiten. Viereinhalb Jahre später wagte er noch einmal den Versuch des Studiums an der Gewerbeakademie in Berlin, wo sich zur selben Zeit auch Otto Lilienthal aufhielt. Nach Abschluß des Studiums im Jahre 1866 arbeitete der junge Ingenieur zunächst in der Maschinenbauanstalt Wöhlert, im Lokomotivbau, dann bei der Potsdamer Bahn und schließlich mehr als sieben Jahre bei der Berlin-Anhaltischen Eisenbahngesellschaft. In seiner 1894 veröffentlichen Biographie »Von Perlin nach Berlin« schreibt er, er sei ängstlich bemüht gewesen, »meine praktische Berufstätigkeit und meine poetischen Liebhabereien scharf auseinanderzuhalten.«
Dort feierte Heinrich Seidel seinen größten Triumph als Techniker: »Später ... begünstigte mich das Glück noch mehr, und ich erhielt eine Aufgabe, die in dieser Ausdehnung auf dem ganzen Kontinente noch nicht vorgekommen war, nämlich die Konstruktion des eisernen Daches der mächtigen Ankunftshalle (des Anhalter Bahnhofs), das eine Spannweite von 62,5 Meter besitzt.« Dies war damals für Europa eine einmalige Leistung. Der berühmte Spruch »Dem Ingenieur ist nichts zu schwer« ist sein Motto gewesen und fand Niederschlag in seinem berühmten Ingenieurslied. Im selben Jahr entschloss sich Heinrich Seidel, der bereits seit der Güstrower Zeit mehr oder weniger intensiv geschrieben hatte, sich »fortan ausschließlich dichterischen Arbeiten zu widmen« und als freier Schriftsteller zu leben. Aber erst gegen Ende dieses Jahrzehnts konnte er sich über erste Anerkennung für seine schriftstellerischen Arbeiten freuen. Diese kamen mit der Veröffentlichung des ersten Teils der Geschichten über jenen literarischen Helden, der auch heute noch wohl am ehesten mit dem Namen Heinrich Seidel verbunden wird - »Leberecht Hühnchen«. Über ihn und seine besondere Begabung heißt es zu Beginn des Manuskriptes: »Leberecht Hühnchen gehörte zu den Bevorzugten, denen eine gütige Fee das beste Geschenk, die Kunst glücklich zu sein, auf die Wiege legte, er besaß die Gabe, aus allen Blumen, selbst aus gifitigen, Honig zu saugen. Ich erinnere mich nicht, daß ich ihn länger als fünf Minuten lang verstimmt gesehen hätte, dann brach der unverwüstliche Sonnenschein seines Innern siegreich wieder hervor, und er wußte auch die schlimmste Sache so zu drehen und zu wenden, daß ein Rosenschimmer von ihr ausging.«
Und genau jener rosenschimmernde, unverwüstliche Optimismus ist es, der dem Schriftsteller Heinrich Seidel oft genug den Vorwurf einbrachte, ein wirklichkeitsfremder, der realen Welt abgewandter Poet zu sein. Immerhin aber haben sich keine Geringeren als die Schriftstellerkollegen Theodor Storm und Gottfried Keller lobend über Seidel geäußert, der »... auch was Rechtes kann und gut geschriebene kleine Geschichten macht«, so Kellers Urteil.
Heinrich Seidel war Mitglied im »Akademischen Verein Hütte«, kurz »HÜTTE«, in der literarischen Gesellschaft »Tunnel über der Spree« und in der mecklenburgischen Landsmannschaft »Obotritia«. Unter dem Pseudonym Johannes Köhnke wirkte er neben Julius Stinde (Pseudonym Theophil Ballheim), Johannes Trojan und anderen im Allgemeinen Deutschen Reimverein (ADR) mit und hat dort als Reimakrobat Erstaunliches geleistet.
Bei der Betrachtung Seidels literarischer Produktion sollen drei Dinge nicht vergessen werden - seine Märchen und Gedichte für Kinder, die wunderschönen Landschafts- und Menschenschilderungen, in denen immer wieder »Mecklenburger Art und Heimatliebe« durchblickt und sein wohl schönstes Buch, die »Abenteuer des Reinhard Flemming zu Wasser und zu Lande«. Nachdem er zu seinem 60. Geburtstag am 25. Juni 1902 noch einmal vielfältige Ehrfahrungen erfuhr - darunter die Ehrendoktorwürde der Philosophischen Fakultät der Universität Rostock -, ist Heinrich Seidel, der dichtende Ingenieur und konstruierende Schriftsteller, am 7. November 1906 in Berlin gestorben.
Das Ehrengrab von Heinrich Seidel befindet sich an der Westmauer des Friedhofs Lichterfelde in der Berliner Moltkestraße 42

Das Märchen »Meister Floh. Ein Märchen in sieben Abenteuern zweier Freunde« von Ernst Theodor Amadeus Hoffmann, dessen Anfang hier, und dies auch nur auszugsweise wiedergegeben ist, wurde als sein letztes Werk im Jahre 1822 nach seinem Tode veröffentlicht unter der Auflage, die von der preußischen Polizeidirektion zensurierten Stellen des Manuskripts zu unterdrücken. Diese wurden im Jahre 1905 aus dem Geheimen Preußischen Staatsarchiv zu Tage gefördert.