Salmer Platt

Kompendium eines Dialekts
des moselfränkischen Sprachraums,
gesprochen in Salm (Eifel)

erstellt von Albert Gehlen.
Mit einem Geleitwort von
Prof. Dr. Nikolaus Himmelmann,
Allgemeine Sprachwissenschaften
Institut für Linguistik, Universität zu Köln

Ringbuch DIN A5, 492 Seiten,
CD-ROM mit Audio-Unterstützung,
71 Minuten Audio-Format mit Lesetext

Unverbindlicher Verkaufspreis: € 38,00
Erhältlich über die Ortsgemeinde Salm
oder den Verlag zuzüglich Porto in Höhe von € 4,10.

Der Artikel zur Präsentation am 6. November 2011 in Salm

                                                Der Inhalt

  1. Einleitung und historischer Hintergrund
      Besondere Ausprägungen - Überbindungen
      »g« - »j«-Grenze für die Aussprache
                           des »g« in der Westeifel
  2. Die Grundlagen der Sprache
  3. Wörterbuch Hochdeutsch - Salmer Platt mit Einführung
  4. Wörterbuch Salmer Platt - Hochdeutsch
  5. Die Sprachbildung
  6. Der umgangssprachliche Gebrauch
       Sprachmelodie, Überbindung, Eigentümliches
  7. Fazit
  8. Texte zur Audio-Zugabe aus Märchen, Erzählungen
       und Sagen der Westeifel
       (aufgezeichnet von Matthias Zender, um 1935)  
  9. Bedienugshandbuch zur CD-ROM

CD-ROM, selbststartend, mit allen genannten Texten,
im Volltext recherchierbar.
Tabellarisch aufgebautes Wörterbuch
     mit Umsortierung Hochdeutsch -> Salmer Platt,
     Anzeige der Beugung der Verben, Substantive und Adjektive
     vollständiger Audio-Unterstützung,
     Suchfunktion innerhalb der Tabelle
Audio-Zugabe (71 Minuten),
     abspielbar auch mit mp3-Player oder DVD-Player
     mit Text in Hochdeutsch und Platt im Ringbuch
     (eine Doppelseite entspricht einem Track)

                                   Aus dem Geleitwort
                             von Prof. Dr. Himmelmann

   Sprachen und Sprachgebrauch befinden sich in einem dauernden Wandel, der sich aber typischerweise nur langsam vollzieht und selten bewusst wahrgenommen wird.
   Im Laufe des 20. Jahrhunderts, insbesondere in der zweiten Hälfte, hat aber ein rapider Wandelprozess eingesetzt, der in der Geschichte der Menschheit wohl einmalig ist.
   Weltweit werden lokale Sprachformen, seien es Dialekte oder eigene Sprachen, zugunsten von Regional- und Nationalsprachen aufgegeben. Dies wird häufig mit dem Schlagwort Sprachsterben bezeichnet und mit dem vielfach bemerkten und beklagten Artensterben verglichen.
In Deutschland beobachten wir ein rapides Verschwinden der Dialekte und die rasche Ausbreitung von Regiolekten, das heißt großräumigen Varianten der deutschen Standardsprache (z.B. die rheinische Umgangssprache, die hessische Umgangssprache usw.). Da die Dialekte typische mündliche Sprachformen darstellen und also zumeist nicht in Schriftform dokumentiert sind, drohen sie im wörtlichen Sinne sang- und klanglos zu verschwinden. Das aber bedeutet einen großen Verlust nicht nur für die Sprachwissenschaft, die sich für alle Manifestationen der menschlichen Sprachfähigkeit interessiert, sondern auch für die lokale Kulturtradition. [...]
   In diesem Sinne ist das Bewahren der lokalen Sprachform in Form von Aufzeichnungen, Beschreibungen und Tonaufnahmen von gleicher Bedeutung für die Identität und Tradition eines Ortes wie das Bewahren von Baudenkmälern und das Andenken an geschichtliche Ereignisse. Hier liegt das große Verdienst des vorliegenden Bandes und es wäre allen Ortschaften in Deutschland zu wünschen, dass sie auf eine vergleichbare, aus lokaler Initiative entstandene und durchgeführte Dokumentation zurückgreifen könnten.
   Sprachen sind zu komplex und vielgestaltig, als dass sie in einem Werk vollständig erfasst werden könnten. Für das Standarddeutsche und andere Nationalsprachen gibt es Dutzende von Grammatiken und eine Vielzahl von Spezialuntersuchungen. Hier ist für das Salmer Platt ein gelungener Anfang gemacht worden ist, dem man nur wünschen kann, dass es viele Fortsetzungen und Erweiterungen geben wird.