Theodor Storm

Hinzelmeier
Eine nachdenkliche Geschichte

Jewel-Box mit einer CD und 16seitigem Beiheft
zum Preis von € 8,25

1 Die weiße Wand 5:07
2 Der Zipfel 6:07
3 Die Rose 5:09
4 Krahirius 6:21
5 Der Eingang zum Rosengarten 7:57
6 Ein Meisterschuss 4:57
7 Die Rosenjungfrau 7:01
8 Nachbars Kasperle 6:17
9 Der Stein der Weisen 8:07 57:03

Abbildung: Ausschnitt aus: Philipp Otto Runge (1777 - 1810): Zwei Kinder in Rosenblüten, durch den Schlangenring der Ewigkeit getrennt (Kupferstich, 10,0 x 8,0 cm, 1803, WV 263 A)
[aus: Jörg Traeger: Philipp Otto Runge oder Die Geburt der neuen Kunst; Prestel, München 1977; Seite 20]
Die ersten Sammlungen von Märchen als literarische Objekte in Deutschland wurden von dem Bibliothekar Johann Karl August Musäus (geb. 1735, gest. 1786) unter dem Titel »Volksmärchen der Deutschen« im Jahre 1782 herausgegeben. In Frankreich hatte der Staatsrat Charles Perrault (1638 - 1703) bereits ein Jahrhundert zuvor mit dem Buch »Les Contes de ma mère l’oie« (Die Erzählungen meiner Mutter, der Gans) großen Erfolg; hier wurden die Kindermärchen aufgegriffen und mit einer Moral versehen der Welt präsentiert. Auf diesem Weg wurde das Märchen als eigene Form in die Poesie integriert.
Bereits als Student sammelte Theodor Storm in den Jahren um 1840 mit dem späteren Historiker Theodor Mommsen und dessen Bruder Tycho Märchen und mündlich überlieferte Volksprosa. Die Sammlung wurde im Jahr 1845 von Karl Müllenhoff zum Druck gegeben.
Der erste Prosatext Storms war das lange verschollene Märchen »Hans Bär« (1837). Populär sind immer noch sein Märchen »Regentrude« (1849) und die märchenhafte Kindergeschichte »Der kleine Häwelmann« (1849).
Das vorliegende Märchen wurde 1850 geschrieben und erschien zunächst im »Volksbuch auf das Jahr 1851«, herausgegeben von Biernatzki, unter dem Titel »Stein und Rose«.
In das Jahr 1849 fiel der Angriff Dänemarks auf Schleswig, dessen Truppen durch Freischärler aus ganz Deutschland verstärkt worden war. Die dänischen Truppen siegten bei Idstedt und beschossen Friedrichstadt; damit war zunächst das Schicksal Schleswigs als deutscher Bundesstaat besiegelt. Das Königreich Preußen handelte, statt um Schleswig zu kämpfen, unter schwedischer Vermittlung einen Frieden aus, der den Dänen nach 1850 in Schleswig freie Hand verschaffte, ihr Regiment einzuführen. Unter diesem Zeichen setzte Storm dem Werk die folgenden Zeilen voran:
»Ein wenig Scherz in die ernste Zeit,
   Einen Lautenklang in den wirrenStreit,
   In das politische Versegebell
   Ein rundes Märchenritornell!«

Der Text wurde entnommen: »Teufelsträume. Phantastische Geschichten des 19. Jahrhunderts« (hrsg.: Horst Heidtmann), dtv, München 1983; S. 112 - 133