Hermann Sudermann

Hermann Sudermann wurde geboren am 30. September 1857 in Marziken, Kreis Heydekrug, Ostpreußen als Sohn des Landwirts und Bierbrauers Johann Sudermann und seiner Frau Dorothee, geborene Raabe.
Er brach das Gymnasium in Heydekrug vorzeitig ab und begann dort eine Apothekerlehre. Von 1872 an besuchte er das Gymnasium in Tilsit. Nach der Matura (Abitur) studierte er Philologie, Philosophie und Geschichte an den Universitäten Königsberg und Berlin. Anfang der 80er Jahre betätigte er sich als Hauslehrer in Berlin.
Im Jahre 1881 wurde er Mitarbeiter der Zeitung »Liberale Korrespondenz«. Mit anderen Fortschrittlichen gründete er das »Deutsche Reichsblatt« und war bis 1883 Chefredakteur. Zur gleichen Zeit war er Mitglied der Redaktion des »Reichsfreundes«, in welchem seine ersten Erzählungen erschienen.
Im Jahre 1891 heiratete er die verwitwete Schriftstellerin Clara Lauckner, geborene Schulz (1861 - 1924). Mit dem Drama »Die Ehre«, uraufgeführt am 27. November 1892 in Berlin, gelang ihm der Durchbruch als Schriftsteller, der ihm auch die finanzielle Unabhängigkeit gewährleistete.
In der Zeit von 1894 bis 1895 hielt er sich in Dresden auf, von 1895 an nahm er seinen festen Wohnsitz in Berlin ein, später bezog er sein neu erworbenes Schloss Blankensee bei Trebbin in der Mark Brandenburg.
Im Jahre 1900 wurde er Vorsitzender des »Goethe-Bundes« und war Mitglied und Vorsitzender verschiedener künstlerischer Vereinigungen. Nach dem Ersten Weltkrieg lebte er zurückgezogen auf seinem Schloss, wo er am 21. November 1928
verstarb. Seinen Stiefsohn Rolf Lauckner hatte der Schriftsteller zum Nachlassverwalter bestimmt; dieser gründete die Hermann-Sudermann-Stiftung.

1917: Litauische Geschichten
Erzählungen: Reise nach Tilsit - Miks Bumbullis, der Wilderer - Die Magd - Jons und Erdme
Die Sammlung stützt sich auf bereits vorbereitete Motive, die bis in das Jahr 1885 zurückreichen. Die Erzählkunst ist nicht so sehr naturalistisch als dem Realismus zuzurechnen. Die Erzählungen sind straff gehalten, die Bilder passen sich der geschilderten Atmosphäre nahtlos ein. Es wird ohne Kompromisse vom Leben der Menschen in der Memelniederung erzählt.

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