Mark Twain

»Der Schrecken der deutschen Sprache«
sowie kleine Geschichten

Jewel-Box mit einer CD und 12seitigem Beiheft
zum Preis von € 8,00 - Nicht mehr lieferbar.

1 Der Schrecken der deutschen Sprache 7:18
2 - 7 Der berühmte Springfrosch aus Westfalen 18:40
8 Der böse kleine Junge 13:59
9 - 11 Der gute kleine Junge 14:05 50:22

Der Artikel »Der Schrecken der deutschen Sprache« ist übernommen aus der Website:
»http://gutenberg.spiegel.de/twain/speeches/schreckn.htm«
Der Vortrag folgt unverändert und ungekürzt der dortigen Wiedergabe. Ein Hinweis auf eine Copyrighteinschränkung ist nicht angegeben.

»Der berühmte Springfrosch aus Westfalen« basiert auf der Übertragung der Geschichte »The celebrated jumping frog from the Calaveras County«, mit der Mark Twain im Jahre 1865 seinen ersten Erfolg feierte.
Das beschriebene »Calaveras County« mit dem Hauptort San Andreas, nach dem auch die tektonische Spalte bezeichnet wird, liegt in Kalifornien, 150 km von San Francisco entfernt, landeinwärts, also nach Osten. Es ist ein Gebiet, das in der Senke beginnt und in Dreiecksform mit der Basis in der Senke bis in die Berge mit einer Höhe von über 2000 Metern hinaufreicht. Der in der Geschichte angegebene Ort »Angels Camp« liegt etwa 9 km südlich von San Andreas im leicht hügeligen Land oberhalb der Senke. Es ist altes Goldgräbergebiet, das ab 1850 von den Goldgräbern durchwühlt und als erstes wieder aufgegeben wurde.
Die Geschichte wurde vom Produzenten neu übersetzt, wobei folgendes im Vordergrund stand: es existiert die Binnenerzählung des Miners Simon Wheeler in der Ich-Person. Dieser Text trägt alle Merkmale eines unverkennbaren Miner-Slang, der so nicht ins Hochdeutsche übersetzt werden kann. Dieser Problematik eingedenk wurde der Ort der Handlung nach Deutschland verlagert, hier ebenfalls in ein Minengebiet, wobei dort nicht Gold, sondern Kohle gefördert wurde. Im »Pott«, wie sich die Region selbst benennt, ist eine eigene vererbte Mundart im Gebrauch, die hier zur Wiedergabe des Miner-Slangs des amerikanischen Textes herangezogen wurde. Lanstrop, ein Stadtteil von Dortmund in Westfalen, wurde als Ort der Handlung bestimmt, weil dort genügend natürliche Teiche sind, in denen Frösche gefangen werden können.

Die beiden Erzählungen:
         Der gute kleine Junge
         Der böse kleine Junge
wurden vom Produzenten neu übersetzt.
Ob die beiden Geschichten im gleichen Zeitraum geschaffen worden sind, lässt sich nicht nachvollziehen. Der Arbeitsgang Mark Twains bei seinen Romane und Erzählungen war eher von chaotischer Art; er begann gleichzeitig mehrere Dinge und ließ sie dann wieder liegen. Jedenfalls verwandte er auf seine Veröffentlichungen immer eine Menge Zeit unter etlichen Korrekturen und Revisionen. Man sieht am Ergebnis, dass diese Handhabung den Werken sehr gut getan hat.
Bei den wiedergegebenen Geschichten handelt es sich um Geschehnisse aus dem Bereich der Sonntagsschule, die Mark Twain wie viele seiner Zeitgenossen im Kindesalter als Erziehungsmaßnahme ebenfalls über sich ergehen lassen musste.
Im vierten Kapitel seines teils autobiografischen Romans »The Adventures of Tom Sawyer«, deutsch: Tom Sawyers Abenteuer, erzählt er im 4. Kapitel: »Toms Auftritt in der Sonntagsschule« in ironischer Form eine durchaus im Bereich des Möglichen liegende Begebenheit aus dem Bereich der Sonntagsschule.
Die Sonntagsschule als Institution wurde vom Herausgeber des »Gloucester Journal« Robert Raikes (1735 - 1811) im Jahre 1780 ins Leben gerufen. In dieser Schule wurden die Kinder der Schornsteinfegerfamilien, in denen die Kinder den wesentlichsten Teil der Tätigkeit errichteten, indem sie als lebende Borsten den Kamin putzten, am Sonntag, dem einzigen arbeitsfreien Tag, kostenfrei im Lesen, Schreiben und Rechnen unterrichtet. Grundlegende Absicht war es, die Kinder von der Straße zu holen und ihnen statt des Herumlungerns Nützliches beizubringen.
Im Jahre 1785 ermöglichte der methodistische Heilsprediger John Wesley (1703 - 1791) die Herausgabe eines Artikels über die Sonntagsschulen im Programmblatt »Arminian Magazine«, was der Sonntagsschulbewegung starke Antriebskräfte verschaffte. Robert Raikes verfasste das Schulbuch »Readinmadesy« (Reading made easy = Lesen leicht gemacht), das
als Kinderschulbuch weite Verbreitung fand; im Mittelpunkt der Schultätigkeit stand die Bibel als Hauptstütze des Unterrichts. 1803 wurde die »Sunday School Union« in London gegründet und damit auch ein grundlegender religionsübergreifender Lehrplan festgelegt. Mit den Auswanderern aus England kam die Sonntagsschule auch in die Vereinigten Staaten und wurde zu einer Institution, die die Zöglinge auch als repressiv empfanden.
Die in den beiden kleinen Geschichten genannten und angeführten Sonntagsschulbücher kann man im gleichen Zusammenhang verstehen wie die katholischen Heiligenlegenden, in denen der Leser angestachelt werden soll, sein Leben den Heiligen gleich einzurichten und ihnen in ihrem Tun und Treiben zu folgen.